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1600 n.Chr.  -  1700 n.Chr.

 

ab 1600   

  [GM] finden die Kreuzwallfahrten nach Rüdershausen statt von den Ortschaften Obernfeld, Rhumspringe und Hilkerode

1601-1604   

  [GM 4/70] Johann Adam von Bicken, Erzbischof von Mainz

1602   

  [Kni] verlangten die Pfarrer, daß die Schulzen oder Pächter Churfürstlicher oder Kirchlicher Ländereien bei Verlust der Ämter oder Pachtungen zum Gehorsam angehalten werden sollten. Es wurden nun auch einige, darunter zu Rhumspringe, die ihr Versprechen nicht gehalten, gefangen gesetzt, aber bald auf Bitten und neues Versprechen hin entlassen.

30.04.1603   

[Kni] bis zu diesem Tag hatte noch keiner sein Versprechen gehalten.

1604-1626   

  [GM] Johann Schweickart von Kronberg, Erzb. von Mainz .

1605   

  [Kni] größten Widerstand gegen die Rückkehr zum Kath. Glauben leisteten Rüdershausen und Rhumspringe, wo sich 1605 kein einziger Katholik vorfand. Beide Gemeinden wurden am 13.6. vorgeladen. Aus Rhumspringe weigerten sich 20 Familienhäupter, 11 baten um Bedenkzeit. Sie beriefen sich auf ihre lutherischen Ortsvorsteher, auf Duderstadt, die Ritterschaft oder auf zeitliche Interessen. Einige wollten auswandern.

1605   

[Wü] der genannten Orte nahm sich der Pater Möring SJ an. Durch seinen liebevollen Eifer führte er fast alle Einwohner z alten Religion zurück. Die Prozessionen am Fronleichnamstage und in der Bittwoche wurden in der Zukunft wieder abgehalten.

1606-1626   

  [KBRh] Conrad Schaffroth, Pfarrer in Rhumspringe

25.08.1606   

[KBRh] Nach einer Urkunde hat der in Rhumspringe wohnende Schuhmacher Hans Störmann die von ihm für die Reparatur des Kirchturms vorgeliehenen 45 Rhtlr. der Kirche geschenkt. Die Benennung Schusterzins hat sich bis 1800 erhalten. Zeugen Pfarrer Schaffroth sowie Pfr. Arnold Custrin zu Rüdershausen .

1610   

  [Kni] der Erzbischof hatte das Besetzungsrecht (Jus Patronatus) in 50 Orten des Eichsfeldes, darunter in Rhumspringe.

1610   

  [GM 4/67] nach der Reformation bestehen für das Untereichsfeld nach einem Subsidienregister des Kommissarius Kindervater zu Heiligenstadt noch die Sedes Seeburg und Duderstadt. Rhumspringe wird der Sedes Duderstadt zugeschlagen, in der Seeburger Chronik rechnet Dr. Gleitze Rhumspringe zur Sedes Seeburg.

1613   

  [Wü] werden auf Veranlassung der Jesuiten die Feldkreuze wieder errichtet, die während der Reformation entfernt waren.

1613   

  [STAH] Grubenhagener Acten Archiv Design 3 d, Herzberg Nro 181, Generalia nro. 112 enthält alle Besitzungen und Beschreibungen.

1613-1634   

  [Ho] Friedrich/Ulrich, Herzog v. Brschwg.

02.10.1617   

[STAH] Meyercontract wegen Meyerhof zu Rhumspringe.

Kund und zu Wissen sei hiermit menniglich, daß dem ehrbaren Henning Kurts Schenkewalt, wohnhaftig zu Rhumspringe, dieses Amtes Hertzbergk Meyerhoffs zu Rhumspringe, welches er zuvor meyerweise innegehabt, und 2 Hufes Landes mit Gebäuden es sich hatt, auf sechs Jahr meyerweise zu gebrauchen und fürders und justus inhabrig ambtswegen verpachtet und vermeyert werden solchergestalt, daß er ... persönlichen Fleißes und zu rechter Zeit Pflügung, Düngung, Vestung und Bestellung, auch die Gebäude in gute Achtnehmung, und jährlich zu Michaelis ans Ambt allhier zwölf Malter Roggen und zwölf Malter Hafers, in guter Anerkennung ... und getreulich liefern. Und für einen Wiesenblatz zugehör dem Lande im Wenigenhagen vier Mariengulden mihr gleichfalß geben, und was an den Gebäuden gebauet und gebessert wird, notwendige Fuhren und Handdienste ohne Entgelt verrichten soll und will. Was aber, daß Gott verhüte, schadhafte Jahr, mit manch Hohrung, Hagel, Heerzuges oder Mißwachs einfallen würde, soll er sich zeitlich für die Rente bring sambt allhier angeben, sowie Mangel und Beschwerung anzeigen und die Berichtigung bitten, und darauf, was er selbiges Jahr als weniger Zinses geben soll Handlung und Bescheidt, oder das man Vertrag nicht einig werden könnte, als des gewärtig sein, daß ihme die Hälfte auf dem Lande nachgehandelt werde, welches er dann Ersatzes mag schuldigk sein soll, oder dann bei Außgang solch sechs Jahre dem Ambt oder ihrer Bürger in dieser vorigen Stadt zur jetzo ungelegenen, soll ein Theil dem Antrag er gemaß zwar die Aufkündigung und Höhe thun, und der Maygerr darauf den Hof und Länderei mit aller befindlihen Bauer und zum Vertrag uns zukommens, gebührlich dem Dienst biß zum Peterstag zu thun schuldig und verbunden sei. Allerseits treulich Bessrung und ungefehrlich. Vertrag zu verkundt und richtigem Inhalt ist dem Maiger ambtshalber dieser Mayerbrief unter mir richtig durch unterdrücken Ambtmanns Hand und Siegel zugestellt. Amt Hertzbergk, den 2. Octobris 1617.

1618-1648   

  der 30-jährige Krieg.

23.5.1618   

  Fenstersturz zu Prag

1618-1648   

  [ChrA] im 30-jährigen Krieg hat die Gemeinde Rhumspringe die Schäferei verkaufen müssen, um mit dem Erlöß die Schulden des Krieges abzutragen, für 50 Rthlr Kapital.

1619   

  Bericht des Osteröder Stadtsekretärs über die Besitzverhältnisse der ehemaligen Grafschaft Lauterberg

16.-21.3.1620   

Fürstentag in Mühlhausen. Der Kurfürst teilt dem Eichsfelde mit, daß alle angrenzenden Fürsten auf Seiten des Kaisers stehen, einzig ausgenommen moritz von Hessen.

Anfang Mai 1620   

   zog Herzog Johann Ernst von Weimar mit derm Regiment England/Holland, von Corvey kommend, plündernd und raubend durchs Eichsfeld nach Böhmen.

05.1622   

  [GM 1/78] kam der junge Herzog Christian von Braunschweig, ein Bruder des damals regierenden Friedrich-Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel-Grubenhagen und Bundesgenosse des geächteten Kurfürsten Friedrich von der Pfalz mit seinem Söldnerheere aus Westfalen in das Rhumetal.

Am 27.05.1622   

  lagerte er bei Katlenburg. Da es Christian an Geld fehlte, so konnte er seine Soldaten nur nach dem Grundsatz: "der Krieg muß den Krieg ernähren", durch Erpressung, Raub und Plünderung erhalten. Seinen Söldnern ließ er große Freiheit bei Raub und Plünderung. Dieses Verhalten brachte ihm den Namen: Der tolle Christian ein. In Katlenburg schloß er mit Vertretern der Eichsfeldischen Landstände einen Vertrag, wonach ihm 20000 Rhtlr sofort, und weitere 80 000 Rhtlr innerhalb zweier Monate gezahlt werden sollten, gegen das Versprechen, das Eichsfeld von Raub und Plünderung zu verschonen. Während seines Durchmarsches sollten ihm weiter Brot, Bier, Hafer und Heu, sowie Wagen und Pferde für die notwendigsten Fuhren gestellt werden. Christian versprach, in keinem Orte länger als eine Nacht zu bleiben.

Am 29.05.1622   

   

   

  brach Christian in die Goldene Mark ein. Übernachtete in Seeburg, seine Truppen lagerten in Bodensee, Krebeck, Seeburg, Bernshausen, Rollshausen, Obernfeld, Mingerode, Seulingen, Esplingerode, Desingerode, Werxhausen, Nesselröden, Westerode, Gerblingerode, Ecklingerode, Tiftlingerode, Immingerode, Bösekendorf, Neuendorf und Etzenborn. Fast alle Dörfer wurden ausgeraubt, viele Häuser niedergebrannt, Türen und Fenster zerschlagen, die Kirchen erbrochen und ausgeraubt, die Felder verwüstet. Die Kurfürstl. Ämter zu Gieboldehausen und Lindau bis aufs Äußerste ausgeplündert, verheert und verderbt. Was an Pferden und sonstigem Vieh nicht in Sicherheit gebracht war, nahmen die Söldner mit, um es auf dem weiteren Weg zu billigen Preisen zu verkaufen. Der Bevölkerung verblieben nicht einmal ausreichend Lebensmittel, und dazu war die Ernte vernichtet. Besonders schwer litt das Dorf Nesselröden.

  [Chr.Rüd 28] zwischen Rollshausen und Bernshausen wurden 14 Einwohner an Bäumen aufgeknüpft.

  [GM] der Tolle Christian zog über Geismar (Eichsfeld) und Fulda nach Höchst, wo er am 20.06.1622 von den Kaiserlichen Truppen schwere Niederlagen erlitt.

Juli 1622   

treffen Christians Truppen elend, zerlumpt (ohne Schuhe) von Hessen kommend auf dem südlichen Eichsfelde ein. Am 12. 7.1622 findet in Kirchgandern Pfarrer Jünemann den Tod. Auf dem nörlichen Eichsfelde treiben Marodeure ihr Unwesen. Am 19. Juli 1622 werden 12 Dörfer des Amtes Gieboldehausen von Christian in Asche gelegt. Am 21.7.1622 gibt Christian das gesamte Eichsfeld zur Plünderung frei. Tilly rückt heran, vorweg General von Pappenheim. Christian zieht nach Westfalen, verbindet sich mit dem Grafen Ernst von Mansfeld. In einer 2-Tagesschlacht bei Stadtlohn wwerden Christians Truppen aufgerieben. Derselbe flieht nach Holland. Etwa 30 Dörfer sind in dieser Zeit von Christian auf dem Eichsfeld verwüstet und/oder in Flammen aufgegangen.

Ende Juni 1623   

   [GM] lagerte Christian mit einem neu geworbenen Heer bei Northeim. Der Kaiserliche Feldherr Tilly war zum Schutze des Eichsfeldes herangezogen. Juli 1623 nahm er Quartier in Gieboldehausen. Christians Truppen überfielen mehrere Dörfer in der Umgegend von Lindau, wurden aber von Tillyschen Reitern vertrieben. Danach zog Christian im Leinetal hinauf und fiel vom Südwesten in die Goldene Mark ein. Am 18.07.1623 standen Tastungen, Wehnde, Ecklingerode, Brehme und Lüderode in Flammen.

Am 19.07.1623   

  wurden eine größere Zahl Höfe in Nesselröden, Werxhausen Desingerode, Seulingen, Seeburg und Wollbrandshausen in Schutt und Asche gelegt.

Am 20.07.1623   

  brannten noch mehrere Häuser in Bernshausen, Krebeck, Bodensee und Gieboldehausen nieder. Die Bevölkerung war grausamen Mißhandlungen ausgesetzt. Tilly folgte Christian nach Westfalen hinein und besiegte ihn bei Stadtlohn.

1625   

  Niedersächsische Fürsten wählen Christian IV. von Dänemark zum Anführer des Bundesheeres. Christian von Braunschweig und Mansfeld eilen herbei.

24.04.1625   

[GM1/78] zog König Christian von Dänemark in Hameln ein. In ihm erhofften viele Duderstedter einen Verbündeten in ihrem Kampf mit dem Kurfürsten von Mainz zu finden. Der Landesherr bat daher Tilly, die Stadt zu besetzen.

Am 7.06.1625   

erschienen 600 Mann von seinen Truppen vor Duderstadt. Sie mußten aber die Belagerung der sich verteidigenden Stadt nach einigen Tagen aufgeben und abziehen. Der Glaubensstreit unter den Bürgern der Stadt wurde von Tag zu Tag heftiger. Auf erneutes Bitten des Kurfürsten zog ein Regiment Kaiserlicher Truppen und rund 1000 Mann vom Eichsfelde vor die Stadt. Als die Bürger die zahlreichen Truppen sahen, verloren sie den Mut.

1. Okt. 1625   

  zogen Wallensteinsche Truppen von Eschwege nordwärts durch das Eichsfeld, um dem Dänenkönig entgegen zu treten. Oberamtmann des Eichsfeldes von Westphal bewog den Abzug nach Mühlhausen.

10.1625   

  [Chr.Rüd] brach die Pest aus und wütete fürchterlich. Der Pfarrer von Rhumspringe wurde ein Opfer dieser Seuche, bis Nov. 1626. Ende 1625 kam Tilly zum Eichsfeld, um den Dänenkönig abzuhalten, besetzte Duderstadt. Christian tauchte in der Harzgegend bald hier, bald dort auf.

Am 2.02.1626   

öffneten die Duderstädter den Belagerern die Stadttore.

1626-1629   

  [GM 4/70] Georg Friedrich von Greifenklau, Erzb. von Mainz .

1626-1629   

  [KBRh] Johannes Fromme, Pfarrer zu Rüdershausen- Obernfeld. 1651 Er versah im hohen Alter als Seelsorger die Dörfer Fuhrbach, Langenhagen, Brochthausen, Hilkerode, Breitenberg, Rhumspringe, Rüdershausen und Obernfeld. Er schenkte als Pfarrer von Obernfeld der Rhumspringer Kirche 18 Tlr zu einer Casul.

22.04.1626   

[GM1/78] kam Christian von Braunschweig erneut in Northeim an. Wieder verbreiteten sich bange Sorge, Angst und Schrecken. Mit Recht fürchteten die Einwohner Christians Annäherung, denn die Spuren der teuer erkauften friedlichen Durchzüge waren noch überall zu sehen.

Am 24.04.1626   

  forderte Christian von Northeim aus, innerhalb 24 Stunden die restlichen 30 000 Rthlr. der ihm in Katlenburg zugesagten Summe, andernfalls drohte er mit schärfsten Exekutionsmitteln zu verfahren. Man gab ihm zunächst Hinhalt, die Stände würden sich beraten. Jedoch blieb die erwartete Hilfe von Tilly und Wallenstein aus. Am 25.04.1626 zog Christian heran und legte sofort 17 Dörfer in Schutt und Asche.

Bis 2.05.1626   

  wurden fast völlig zerstört: Lindau, Bodensee, Wollbrandshausen, Seeburg, Bernshausen, Obernfeld, Nesselröden und Holungen. Christians Söldner herrschten in unmenschlicher Weise. Was sie nicht mitnehmen konnten, wurde sinnlos vernichtet. Herzog Georg von Lüneburg erhielt von Wallenstein den Auftrag, das südliche Niedersachsen vor dem Tollen Christian zu beschützen.

Am 7.05.1626   

nahm er ihm noch zehn mit Beute beladenen Wagen ab.

Am 10.05.1626   

  kam auf einem Zuge vom Harz nach Hessen Tilly durch unsere Heimat.

Am 8.06.1626   

stürmte Tilly unter starkem Blutvergießen das tapfer verteidigte Münden.

Am 16.06.1626   

  starb Christian in Wolfenbüttel elendiglich.

Am 11.08.1626   

  ergab sich nach sechswöchiger harter Belagerung Göttingen.

Am 20.08.1626   

  kamen Christian IV. Truppen an der Rhume hinauf bis Wulften.

Am 21.08.1626   

  weiter bis in den Raum westlich des Seeburger Sees, um den Wallensteinern die Straße Gieboldehausen- Ebergötzen zu sperren. Die Friedländischen Truppen nahmen aber ihren Weg über Duderstadt durch das Gartetal. Tilly zog mit seinen Truppen über Göttingen durch das Gartetal den Wallensteinern entgegen.

Am 22.08.1626   

  vereinigten sich die Kaiserlichen Truppen.

Am 23.08.1626   

  erreichten Tillys Truppen Werxhausen, Desingerode und Esplingerode und waren willens, Christian IV. anzugreifen. Er fühlte sich nicht stark genug und trat deshalb in Eile über Wollbrandshausen, Bodensee, Bilshausen, Wulften und Lindau den Rückzug nach Wolfenbüttel an. Tilly folgte ihm und blieb ihm immer hart auf den Fersen.

Am 27.08.1626   

  erlitt der Dänenkönig dann bei Lutter am Barenberge eine völlige Niederlage.

23.04.1627   

[GM1/78] Einfall Tillyscher Reiter in Gieboldehausen. Sie raubten 8 Pferde, 10 Rinder, 2 Kühe und 13 Malter Getreide. (26 Zentner)

Am 24.04.1627   

  rauben Tillysche Reiter in Rüdershausen 56 Pferde, 88 Kühe, den gesamten Getreidevorrat und mißhandelten zahlreiche Einwohner.

24.04.1627   

   

[Chr.Rüd] kamen sie auch nach Rüdershausen. Hier erbrachen und beraubten sie die Kirche, erschossen zwei Männer und nahmen 56 Pferde, 88 Kühe und den ganzen Vorrat an Getreide mit. Es waren Reiter des Witzlebenschen Reiterregiments.

  [GM] 200 Personen aus Rhumspringe und angrenzenden Orten wurden zu Schanzarbeiten bei Northeim gezwungen .

6.3.1629   

Befehl des Kaisers auf Rückerstattung der Geistlichen Güter. Die Protestanten erhalten dazu lediglich ein Jahr Aufschub.

1629   

  [MAX] Kam ein Mönch und ein Rechtsgelehrter mit sechs Kaiserlichen Husaren zu Pöhlde an. Nahmen Possession auf das Kloster, wurden aber 2 Tage darauf auf Befehl des Herzogs Georg zu Herzberg von 2 Comissaren zu Osterode, als Herrn Hofrat Johann Hunt und Amtmann Hyronimus Wiedemann depossedieret, und da der Mönch nicht gutwillig weichen wollte, durch den Amtmann bei der Hand herausgeführt, welches auch ferner vom Klosterhofe geschehen, sodaß vorhinbemeldete insgesamt ohnverrichteter Sache ihren Rückweg nehmen und ihren Anspruch auf Pöhlde für immer entsagen mußten.

Am 12.05.1629   

  im Frieden zu Lübeck verzichtet Christian IV. auf jegliche Einmischung in die deutschen Angelegenheiten.

1629   

  [Kü] Abkeroda k12

1629   

  [Kü] Wenigenhagen k 12

1629   

  [GM] Rechtsverhältnisse im Amte Gieboldehausen, aufgezeichnet von dem Vogte Christian Drippel:

Für Rhumspringe ist beschrieben: Das Dorf ist dem Erzstift Mainz zuständig. Die Unterthanen geben als Dienstgeld jährlich 30 Gulden und für eine halbe Tonne Heringe 9 Gulden. Sie müssen zum Bauen und Bessern an der Burg Gieboldehausen mit Pferd und Hand dienen. Die Schäferei haben die Unterthanen erblich an sich erkauft, geben jährlich an Triftgeld 14 Gulden, 8 Schneeberger, und von jedem Schaf über Winter, so aber 200 Stück, welche frei sind, sich daselbst befinden 10 Pfennig. Ein Schweinschneider welcher im Amt G. schneiden will, pflegt jährlich 5 Gulden zu geben. Aus bishero gesetzten Dörfern allen müßen auch die Unterthanen in Amt G. folgen und zur Musterung erscheinen. Der Pöhlder Hof zu Duderstadt hat den Fleischzehnten an Lämmern, jungen Gänsen, Hühnern und jungen Schweinlein zu Rhumspringe. Darzu hat derselbe den Zehnten vor Rhumspringe, 20-24 Malter Korn, 18 Malter Hafer. An diesem Dorf geht eine Brücke über die Rhume nach dem Rodenberg und Hertzberg, welche die Dörfer Obernfeld, Rüdershausen und Rhumspringe, welche die Brücke am meisten brauchen, halten müssen. Dabei ist vor diesem eine Warthe gestanden und darauf ein Wächter gehalten worden. Zu dessen Belohnung gegeben 5 Malter Korn, darzu ferner Gefälle von dem zur Warthe gehörenden Gut, welches der Müller jetzt an der Hand, 7 Malter Korn und 7 Malter Hafer. Ob nun gleich die Warthe verfallen und kein Wächter gehalten wird, wird jedoch nichts desto weniger die Frucht ausgegeben, und also ihrer Churf. Gn. berechnet 12 Malter Korn und 7 Malter Hafer.

1629-1647   

  Anselm Casimir Wamboldt von Umstadt, Erzb. von Mainz

24.06.1630   

[GM1/78] betrat ungerufen der Schwedenkönig Gustav Adolf mit seinem Heere Deutschen Boden. Er suchte und fand Verbündete, indem er ihnen Gebiete Geistlicher Fürsten in Aussicht stellte. Unsere Heimat versprach er nacheinander dem Herzog Wilhelm von Weimar, Herzog Georg von Lüneburg, Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig und dem Landgrafen Wilhelm von Hessen. Von diesen machte sich Herzog Wilhelm von Weimar die größten Hoffnungen. Bereits 1631 hatte er das sich tapfer verteidigende Duderstadt vergeblich belagert.

1630   

  [Kü] Abkenrode ma

1630   

  [UBMin] Die von Minnigerode beantragen bei dem Amte Herzberg Nachlaß der Schatzung in den Wüstungen Ankerode und Abterode.

Am 27.02.1632   

  gelang es ihm, in die Stadt zu kommen. Sie erhielt eine starke Besatzung, mußte alle Pferde abliefern und 2000 Rthlr. Kontribution zahlen. Erneut entbrannte der Religionsstreit in Duderstadt.

Am 17.06.1632   

  erstürmte der Kaiserliche General Pappenheim die Stadt und verlangte eine Kontribution von 3500 Rthlr. Nach einigen Wochen rückte der Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg mit 10000 Mann unter dem Schwedischen General Baudissin in die Goldene Mark ein. Die Dörfer wurden völlig ausgeplündert. Nach 2 Wochen Belagerung meuterte Duderstadts Besatzung und übergab die Stadt, die dann ausgeplündert und sämtlicher Waffen beraubt wurde. Die Festungsanlagen wurden zum Teil geschleift.

Am 12.08.1632   

  zog Baudissin wieder ab und Herzog Wilhelm von Weimar machte seine Ansprüche wieder geltend.

Anfang 10.1632   

  vertrieb Pappenheim die Schwedische und Weimarische Besatzung aus Duderstadt. Nach dessen Abzug hielt Herzog Wilhelm von Weimar wieder Einzug. So wechselte die Besatzung Duderstadts mehrfach. Dazu kamen noch eine Anzahl Durchzüge .

1633   

  fortgesetzte Truppendurchzüge durch das Eichsfeld. Niemand weiß, ob das Eichsfeld kurmainzisch, schwedisch, hessisch, kaiserlich oder was immer ist. Die Schweden werden nach dem Tode Gustav Adolfs immer zügelloser.

1633   

  ist die Ernte trostlos.

1634   

  [GBB] im Göttg. Neubürgerb. Burchardt Watterodt, Bader von Heiligenstadt


NACH OBEN

30.05.1635   

[GM1/78] Prager Frieden zwischen dem Kaiser und Sachsen, Braunschwg-Lüneburg, Mecklenburg, Brandenburg und den Hansestädten. Am 27.07.1635 trat Herzog Wilhelm von Weimar diesem bei und verpflichtete sich, unsere Heimat zu räumen. Vor ihrem Abzug fügten die zuchtlosen Söldner durch Plünderung, Zerstörung und Brandschatzung noch großen Schaden zu. Rotten entlassener Söldner durchstreiften noch lange das Land und machten es unsicher.

19.06.1639   

[GM1/78] der in Schwedischen Diensten stehende General Königsmark zieht in Duderstadt ein. Damit bricht eine zweijährige Schreckenszeit an, die unsere Heimat fast zu einer Wüste machte. Viele Einwohner verließen ihre Heimat, zahlreiche Häuser wurden ausgeplündert und zerstört. Mit den Balken unterhalten die Söldner ihre Wachtfeuer. Die Unterhaltung der Besatzung erfordert große Summen Geldes und den größten Teil des Getreides und Viehfutters.

1641   

  [Ehst] auf einem Gemälde im Kreisarchiv zu Würzburg das Landschaftsbild: Rhumspringe mit Rhumequelle, 110x60 cm groß. Außerdem sind folgende Bezeichnungen genannt: Schloß Hertzberg, Hof Clapprott, Langefast, der Springk der Rume, Dorff Rumspringe, daß ist der Rume Wasser. Das bild wird in das 17.Jh. geschätzt. (Es könnte vor 1641 gefertigt sein, da das Schloß Herzberg 1641 den Anbau Sieberflügel erhält, der noch nicht eingezeichnet wurde.)

1641   

  [GM1/78] trat eine ungewöhliche Mäuseplage auf, die Jahre 1642 und 1643 brachten Mißernten. In Scharen wanderten die Eichsfelder in die Lande am Main und Rhein. An den unbewohnten Häusern ließen die raubenden und plündernden Söldner ihre Wut aus.

1645   

  waren nur noch ein Drittel bis ein Viertel der Häuser bewohnt.

1642-1648   

  litt das Amt Gieboldehausen weniger, weil Königsmark es von dem Schwedischen General Torstensohn als Eigentum erhalten hatte und sich seine persönlichen Einkünfte sichern wollte.

1647-1673   

  [GM 4/70] Johann Philipp von Schönborn, Erzb. von Mainz .

1648   

  Der Westfälische Friede. Die Welfen tragen nur Trostpreise davon, u.a. Kloster Walkenried.

1648   

  [KuO] leben nur noch 12000 Menschen auf dem ganzen Eichsfeld.

25.08.1649   

[GM1/78] forderte der Mainzer Kurfürst alle diejenigen, die während des Krieges ihre Höfe verlassen hatten und ausgewandert waren auf, binnen 18 Monaten zurückzukehren, andernfalls ihr Hab und Gut für herrenlos erklärt würde.

30.09.1654   

[STAH] Meyer-Contract Entwurf mit Hansen Brüggemann, aus Lütgenhausen für den Brschwg-Lüneburgischen Meyerhof in Rhumspringe.

Zu wissen hiermit, daß ich Endtsbenannter, jetziger Zeit Ambtmann allhier, heute, untergesetztem Dato Hansen Brüggemann zu Lütgenhausen, dieses Ambts Bürger in ambtlicher Vermeyret und eingethan habe, diesergestalt und alß, daß er demselben Ambt allen voran und Zubehörigkeiten, wie es der vorherige Mayrer zuemahl gehabt, von künftiger Cathedra Petri des nächstfolgenden Jahres 1655 an zu rechnen, neun Jahre lang nach seinem Nutz und Besten gebrauchen, undt die Länderey, Wiesen, Hegen und Zäune in baulichem Zustande und zeither Besrung trift, mithin haushalterisch ... und erhalten auch dahinstehe und bedacht sein soll. Und will derselbe uns jährlich, jedes Jahrs besonders, anhero pro Canoner 12 Malter Korn undt 12 Malter Habers unweigerlich das alte Dinstelf, anseither unstrafbarer ander Frucht entrückte und auf den Kornboden alhier liefere, dafür er aber mit Endtrichtung selbiger Zinsen über Zuversicht nachlässig und freundschaftlicher Weise oder dem Meyerhoff in gutem Stande er sich gebauet, nicht erhalten f)..... soll er der Meyerstadt verlustig sein undt sich selbst damit abgemeyret haben. Verbündlich habe ich diesen Meyercontract mit eigener Handt unterschrieben undt meiner persönlichen Petschaft bedrucket, so geschehen: Hertzbergh, den 30.sten Septembris, Anno 1654.

1655   

  [HM] als in der Klosterkirche die Decke einzustürzen drohte, die anfangs gewölbt gewesen, so hat man nur eine Bedeckung von roh behauenen Balken mit Brettern notdurftige überlegt, an dessen Statt angebracht.

1657-1658   

  [KBRh] Heinrich(Andreae) Leonhard, Pfarrer zu Rhumspringe, gebürtig aus Duderstadt. War ein Jahr Pfarrer in Rhumspringe und darauf 5 Jahre zu Wildern in Thüringen.

1658-1662   

  [KBRh] Berthold Stolzheis Pfarrer in Rhumspringe, gebürtig aus Duderstadt, danach Pfarrer von Bernshausen.

1659   

  [ChrA] in der Gemeinderechnung anno 1659 wird eine Reparatur des Kleinods vom Schützenhof aufgeführt, was bedeutet, daß der Rhumspringer Schützenhof bereits seit Jahren besteht

1660   

  Tabakanbau auf dem Eichsfeld. Gerhard Vorbeck führt in ein.

1661   

  sind in Rhumspringe 60 Häuser genannt

1662-1665   

  [KBRh] Johannes Istner Pfarrer in Rhumspringe, aus Mühlhausen, Convertit,kam danach nach Krebeck, von wo er heimlich davonging

1665-1669   

  [KBRh] Johann Hebelmann (Höppelmann) Pfarrer in Rhumspringe, aus dem Sauerlande, ging dann nach Krebeck

1668   

  [HM] bedurften die Seitenmauern der Kirche zu Pöhlde der Reparatur. Man riß einen großen Teil derselben nieder, führte sie aber ohne viel Rücksicht auf Dauer und Schönheit nur halb wieder zur vorigen Höhe auf und stückte in die Lücke nicht einmal bekleidetes Holzwerk

1670-1675   

  [KBRh] Philipp Mackenrodt Pfarrer in Rhumspringe, aus Duderstadt, starb zu Ershausen

1672   

  [STAH] eine Aktennotiz in Herzberg, wonach: Betr. Maintzische Praetension an das Amt Hertzberg, daß selbiges alsdann, wenn der Churfürst von Mainz oder deren Dohmb-Capitular die Eichsfeldischen Lande besuchet, eine gewisse Anzahl Fische in recognitionen der in dem Ruhmspringe habenden Fischerey, in den Pöhlderhof nach Duderstadt, oder aber an das Amt Gieboldehausen zu liefern schuldig sey. Darüber wird ein anhaltende umfangreicher Schriftwechsel geführt.

1672-1676   

  [KBRh] Nicolai, Pfarrer in Rhumspringe, aus Nörthen, danach in Rüdershausen, starb als Pfarrer zu Lindau

1673-1675   

  [GM 4/70] Lothar Friedrich Freiherr von Metternich-Burscheid, Erzbisch. von Mainz

1673/1674   

  [STAH] Lagerbuch Ruhmspring:

Die Gemeinde gibt jährlich 30 fl Dienstgeldt auf Walpurgis und Michaelis. 14 fl 8 Schnbr Triftgeld von Einer Schäferei auf Michaelis, 9 fl vor eine Thonne Herings auf Walpurgis, ? 20 Schilling die Gemeinde Erbenzinß auf Walpurgis, 1 fl. 10 schilling schoß auf Michaelis. Summa deßen, so die Gemeinde jährlich an Gelde zu liefern schuldig ist 45 fl. 23 Schnbr., thun 55 fl. 3 Schnbr.

Ruhmspringer Mühlen. Notandum. Hanß Schmaltz allgewohner Müller, hat jährlich aus der Mühlen vor die hiebevorigen 36 Malter Korn Zinß und 6 fl. Mastgeldes inhalt seines Briefes geben. = 72 fl. Alß diese nominierte Mühle anno 1661 vom Krieg erbaut ist mit M. Heinrich Nürnberg dergestalt auch 36. Jahr allizediret, daß er die erste zwey Jahr jedes 45 rth, die anderen 7. Jahr jedes Jahr 50 rth auf Martini und damit anno 70 den Anfang machen soll, nemlich 70 rthlr..

 

Erbenzinß daselbsten:

 

1.Stephan Zietz 2 ch, 1 Huhn 2 Hahnen, 30 Eyer von Hauß und Hof an Heinrich Holtzappeln.

 

2. Andreß Dietherich 2 ch, 1 Huhn 2 Hahnen, 30 Eyer von Hauß und Hof zwischen Hanß Jakobs und Andreß Dietherichs Tür.

 

3. Hanß Hillebrandt 2 ch. 1 Huhn 2 Hahnen 30 Eyer von Hauß und Hof zwischen Jakob Koch und Andreß Dietherich.

 

4. Andreß Jarcken Wittib 2 ch. 1 Huhn 2 Hahnen 30 Eyer von Hauß und Hof zwischen Jacob Dietherich und Stephan Zietz.

 

5. Valtin Müller der Kleine 2 ch. 1 Huhn vom Hause, so er mit Amths Consens an die Ruhme erbauet, vacat an Hanß Dietherich undt der Gemeinde.

 

6. Curdt Adam 1 Huhn von dem Hause einer Stette zwischen Hanß Jacobs undt Jacob Dietherichs Zun

 

7. Andreß Catharey 1 Huhn von seinem Hause zwischen hanß Hose und der Gemeinde.

 

8. Andreß Reutter modo Bartholomeus Weber 1 Huhn von seinem Hause, so er mit Ambts Verwilligung erbaut an Herman Koch,

 

9. Hanß Jacobs 1 Huhn von seinem Hause, so er mit Ambts Verwilligung erbauet zwischen Andreß und Jacob Dietherich junior.

 

Die Gemeinde gibt jährlich an Warthekorn 1 Malter. Henrich Siegfried und Jacob Koch geben jährlich 7 Malter Korn 7 Malter Hafern.

folgt Spezificatio:

Brachfeldt:

6 Morgen am Acker vorm Schmiedethor zwischen der Lüneburger Meyerländerei,

3 Morgen vor dem Schloper an Andreß Dietherich gelegen,

2 Morgen so im Schlingdürn, zwischen dem Lüneburgischen Lande gelegen,

1 Morgen, so im Pfingstanger an Jacob Kochen,

1 Forl. an Jacob Dietherich Zun:

3 Forl. vorm Gödekenberge an Friedr. Eberhart. Winterfelt.

1 Morgen an Kirchthall an der Gemeinde gelegen,

1 Forl. Vorrath an Rlte Andreß Degenhart,

3 Forl. über dem Steinberge an Andreß Koch Seite,

1 Morgen im Wolfsthall an der Lüneburgischen Länderei gelegen,

1 Morgen auf dem Steilen Klimpe an Jacob Koch,

1 Forl. im Mittelfelde an Henrich Kochs,

2 1/2 Morgen zwischen Papenberge an Andreß Dietherichs,

1 1/2 Forl. auch am Papenberge an Joachim Koch,

1 Morgen am großen Thall an der Gemeindesten,

3 Forl. auf dem Papenberge auf der Lüneburger Hoheit an Andreß Dietherich.

Sommerfelt:

1 Morgen auf dem Mühlengraben an der Gemeinde,

1 Morgen noch daselbst an Hanß Koch,

1 Morgen zwischen Elias -- und Andreß Koch -2 Morgen eine Vorrath an Steinmetze,

2 1/2 Morgen auf dem Gerlinsthall, das von einer auf Lüneburgischer Hoheit an Heinrich Koch,

2 Morgen auf den Gehren an der Gemeinde,

2 Morgen auf den Gehren an der Gemeinde,

5 Morgen auf dem neuen Berge an Christoph Otto,

3 Forl. an Lüneburger Lande.

Summa In Ruhmspring so stendig:

an Gelde 128 fl 14 Schnbr. 6 ch,

Korn 8 Malter, Hafer 7 Malter.

1674   

  [JDBG] aus dem Jurisdiktionalbuch des Amtes Gieboldehausen im Kreisarchiv Würzburg:

nr.24: der Quellteich "der Springk Ruma" genannt, wird durch die Grenze zwischen dem Braunschw.-Lüneburg. Amt Herzberg und dem Kurmainzischen Amt Gieboldehausen mitten durchgeschnitten, so zwar, daß der völlige Ausfluß durch Mainzisches Gebiet floß. Trotzdem übt das Herzberger Amt das Fischrecht von der Quelle bis an die Mühle aus. Unterhalb der Mühle hat die Gemeinde Rhumspringe dieses Recht bis an die Flurgrenze sowohl in der Rhume als auch in der Eller.

Die Mühle mit 2 Gängen gehört dem Churfürsten, gibt jährlich an das Amt Gieboldehausen 50 Rhtlr. In Kilian Drippels Bericht 1629 heißt es: In diesem Dorf liegt eine Mühle, welche der Müller erblich an sich erkauft hat, bishero darvon jährlich gegeben 72 Gulden (Fl.). An dieser Mühle hatten die Rhumspringer auf Verlangen Frohndienste, gemessen und ungemessen zu tun, mußten auch vermöge Herkommens einen Tag in der Ernte dem Amte Herzberg vor Pöhlde dienen, wogegen notdierftiger Trank und ein Stück Essen gereicht wurde; rührte noch vom Kloster Pöhlde her.

Von der Schenke bezog der Kurfürst an Accissen und Umgeld 3 Fl.12 Schnbr.

Die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg hatten einen Meierhof an einen ihrer Unterthanen ausgetan, dessen Kinder sich im Dorfe verheiratet hatten. Dadurch war der Protestantismus wieder eingedrungen, dem beyzeiten durch ein geeignetes Mittel gesteuert werden muß.

Ferner war dort das Warthegut, item der Brotricker Guth, ebenso stark, wirdt von Georg Holtzappeln an den Pöhlder Hof zu Duderstadt verzinst.

Lehengüter sind hier nicht, nur hat das Amt Herzberg hier ein Vorwerk von drei Hufen, welches keine Kontributionen gibt.

Die Holzgerechtsame (Jus Forestale) hat nur Braunschweig-Lüneburg. Der Rotenberg, aus welchem zweifelsohne kraft der Verträge hiebevor der Gemeinde etwas zugeteilt. Nunmehr aber, da die Akten/Urkunden abhanden gekommen, etlich Jahre her entzogen worden, wird um möglichste Regreßierungshilfe gebeten.

Jagdgerechtigkeit gehört dem Kurfürsten.

Trift und Weidegang stehet dem Churfürsten zu, liegt und grenzet zwischen denen von Pöhlde, Munnigerode zu Bockelnhagen und denen von Rüdershausen, soweit sich die Rhumspringer Länderei und Zehnt erstreckt, benanntlich vom Helmstal nach dem Hofe zue Clapperode bis nach dem Trogthale, von dar biß an den Staterteich, den Denneckerstieg hinan biß an die Fünf Linden, von dar uff den Knick, nach den Heinenkampfwinkel biß uff die Breite Wiesen über das Spitze Rad, und von der Breite Wiesen bis auf die Ellern.

Die Koppelweiden haben die Gemeinde von Alters hero auf dem alß Brsw.-Lünbg. Territorial mit der Schäferei von Pöhlde, alß welche nur 500 Hammel dortselben hintreiben und keinen sterckeren Halt haben müßten. Allein es haben die Herren Brswg.-Lünebg. diese Zahl etliche Jahre hero verdoppelt und fast dreifach vergrößert, annebs dahin wider Herkommen einen Stall gebauet, also das Herkommen violirt (verletzt). Die Gemeinde Rhumspringe hielt 400 Schafe und mußte dafür jährlich 12 Taler Triftgeld in Gieboldehausen zahlen.

Das Braunschw.-Lüneb. Amt fischt bis an den Mühlengrundbaum. Es werden 8 Zoll zum Auf- und Absteigen der Fische unter dem Schuttzbrett freigelassen und offengehalten.

Den Zehnten nimmt der Kurfürst zum Pöhlderhof in Duderstadt.

Die Pfarrbestellung kompetiert dem Kurfürsten wegen des vormaligen, zur Zeit der Reformation zerstörten Klosters Pöhlde. Kompetenz des Pfarrers von 2 Hufen Land, 16 Malter partim. (Korn und Hafer).

Patronatsrecht steht dem Kurfürsten zu, dem früheren Kloster Pöhlde. Vermerk wegen Hilkerode.

Pfarrhaus und Kirchbau: den Pfarrhausbau tut und unterhält die Gemeinde, und wo die Kirchenmittel nicht hinreichen wollen, stehet das übrige der Gemeinde.

Großer und kleiner Zehnt: Kleinzucht an Lämmern, Jungschweinen und Gänsen wird in den Pöhlder Hof zu Duderstadt geliefert. Malefizkosten: Rüdershausen: Dieses Dorfgericht wird vom Kurfürstl. Richter zu geeigneter Zeit ausgeschrieben, vom ordentlichen Gerichtsfrohnen bestellt und ausgerufen, vom Richter gehegt, mit 6 Personen aus Rüdershausen und 6 Personen aus Rhumspringe als Kurfürstl. Gerichtsschöppen besetzt, denen der Actuarius und zwei Geschworene Prokuratoren beigegeben werden. Erbenzinshühner: Rhumspringe gibt solche an den Pöhlder Hof. Einzugsgeld: Überall 1 Taler.

Steueranschlag: Rhumspringe 5 Taler 9 Ggr.

1674   

  [Kugo] Rhumspringe: 55 Herdstellen, 53 Männer, 3 Wwe., 31 Söhne, 30 Töchter, 170 Einwohner.

1675-1678   

  [GM 4/70] Damian Hartard von der Leyen, Erzb. von Mainz/Worms

1676   

  [Chgie] fällt der Frühjahrsmarkt zu Gieboldehausen wegen der Pestilenz aus.

1676-1683   

  [KBRh] Johann Weinrich, Pfarrer in Rhumspringe, danach in Rüdershausen, woselbst er gestorben

1-9. 1679   

   [GM 4/70] Karl Heinrich Freiherr von Metternich-Winneburg, Erzb. v. Mainz

1679-1695   

  [GM 4/70] Anselm Freiherr von Ingelheim, Erzb. von Mainz

1683-1687   

  [KBRh] Simon Nörthemann, Pfarrer in Rhumspringe, danach in Berlingerode. Von ihm stammt das älteste noch vorhandene Kirchenbuch, das angelegt wurde am 14. Dezember 1686 nach Vorschrift der Churf. Mainzischen Missionarien Johann Eicherodt und Arnold Wallraf.

1687-1688   

  [KBRh] Daniel Kopp (Koch) Pfarrer in Rhumspringe, starb als Pfarrer zu Rüdershausen.

1689-1694   

  [KBRh] Andreas Georg Lembke, Pfarrer in Rhumspringe, aus Duderstadt, starb in Rhumspringe.

1693   

  [ChrA] ist die Schule zu Rhumspringe erbaut worden. Auf jede Gerechtigkeit wurde 1 Ggld gesetzt, um die Schwarten anzukaufen zu dem Boden im Schulhaus, welches 2 Rhtlr. einbrachte. Daraus ist zu errechnen, daß 48 Gerechtigkeiten in Rhumspringe gewesen sind.

1695-1722   

  [KBRh] Johannes Kopp, Pfarrer in Rhumspringe, aus Rollshausen, in Rhumspringe gestorben.

1695-1729   

  [GM 4/70] Lothar Franz Freiherr von Schönborn, Erzb. von Mainz

1697   

  [ChrA] Über unglückliche Fälle liest und hört man vom hiesigen Schützenhof:

Anno 1697 hat Andreas Wagner seine Ehefrau schertzweise auf dem Anger oder Tanzplatze bei dem Gemeinen Wirtshause totgeschossen, wie die Alten erzählen und das Kirchenbuch meldet: KBRh 16.05.1697 miserime combardet periit Dorothea Wagner.

Von dieser Zeit soll der Schützenhof in Rhumspringe in 35 Jahren nicht gehalten sein, sagt Pfeifer Andreas Redemann.

Annoch ein unglückseliger Schützenhof, das Jahr ist unbekannt. So von Christian Schmalz, Bürger und Schuhmachermeister in Duderstadt erzählet, so in Rhumspringe geboren und anno 1773 ein Mann von 80 Jahren war. Das allhier der Einwohner Henrich Rüther in Nr. 58 gewohnt und als Kuhhirt mit dem Rohre aufgezogen. Der Schützenstand ist an der Rhume vor dem Lindenthale, und der Scheibenstand am Kleinen Mühlengraben gewesen. Als die Reihe zu schießen an benannten Rüther kommt und er aufgelegt, so stehet ein Spottvogel, namentlich Andreas Walter, ein Musikant und sub 48 wohnhaft, und spricht: Wenn es eine Kuh wäre, so wolltest du wohl treffen, Rüther. So spricht Rüther: Halt das Maul und gehe weg. Im Augenblick springt des Rüthers seine Flinten und ein Theil springt dem Walter zu Kopfe, also daß gleich Hirn zum Kopfe heraus gäret, worauf Rüther sein übrig Theil von der Flinten in die Rhume wirft mit Verheißen, nimmer zu schießen. Walter soll noch 9 Tage gelebt haben. Nach diesen ist der Tod erfolgt.

Annoch ein älteres Unglück, so bemelter Schmalz von seinem Vater hat erzählen gehört, so auch auf dem Rhumspringer Schützenhof sich zugetragen, das Jahr ist nicht bekannt. Als die Rhumspringer Schützenhof hatten gehalten und das Schießen gänzlich vollendet, so haben sie ihre Rohre oder Flinten im Wirtshaus auf den Tisch gelegt. So sitzen hinter dem Tisch Hannoversche Dragoner zu Trinken und zu Reden. Unvermuthet kommt ein Knabe und greift an die Rohre aus Aberwitz. Da gehet eines als loß, daß also ein Dragoner erschossen wird. Der Knabe ist also entloffen und man hat nicht gewußt, wer er sei gewesen. Er soll todt geblieben seyn.

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